Wozu brauchen wir FreundInnen?
Am letzten Februarwochenende war es mal wieder soweit: Ranee Thakar, Suzanne O’Sullivan und ich haben uns – im Übrigen wie seit 20 Jahren! – für ein Wochenende in London getroffen. Drei Personen, drei völlig unterschiedliche Hintergründe, Kulturkreise, Sprachen. Ranee kommt ursprünglich aus Indien, Suzanne aus Irland, ich aus der Schweiz und Deutschland. Kennengelernt haben wir uns bei der Arbeit in London, seitdem sind wir irgendwie unzertrennlich.
Irgendwann haben wir festgestellt, dass es nicht reicht, sich mal eben beim Kongress zu sehen: zu viel Trubel, zu wenig wirkliche Zeit füreinander, kein richtiger Raum für Privatsphäre. Deswegen haben wir beschlossen, regelmässig ein Wochenende zusammen zu verbringen; in London deswegen, weil es für alle leicht erreichbar ist.
Wir mieten dann immer ein grösseres Zimmer für drei Personen, manchmal gibt es Stirnrunzler beim Einchecken, aber das stört uns nicht. Es muss unbedingt ein Zimmer sein, damit wir entspannt bis in die frühen Morgenstunden quatschen können.
Wenn ich an das letzte Wochenende zurückdenke, ist es die Mischung, die diese Wochenenden für mich so wichtig und unverzichtbar macht: Austausch über die neuesten Politics und Skandale, meist in England; gegenseitige Diskussionen und Inputs über begonnene, geplante oder nur im Kopf bereits existierende Studien und – last but not least – welche bedeutsamen Entdeckungen wir in den letzten Monaten zu neuen Mascaras (danke Ranee, Boots number 7 professional ist wirklich DER Hit!), Kosmetikspiegeln (danke Suzanne – simple human Schminkspiegel ist absolut GENIAL mit dem besten Licht!) und natürlich Mode.
Dazu stellt jede ein Buch vor, das sie im letzten Jahr als das beste erachtet. Ich habe mir sofort Hamnet von Maggie O’Farrel gekauft – die Offenbarung!
Gewürzt werden diese superinteressanten Gespräche mit Restaurants, die en vogue sind, und Konzerten, Kino und Theater.
Wenn ich von diesen Wochenenden zurückkomme, habe ich jeweils den Eindruck, mindestens eine Woche weg gewesen zu sein, soviel ist in den 48 Stunden passiert.
Freundinnen – sie sind das Salz des Lebens.